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Dienstag, 26. September 2017

Die Brandschutzerziehung

 

Ansprechpartner der Feuerwehr Oerlinghausen "Brandschutzerziehung und Aufklärung"

Bereich Oerlinghausen:

Anja Feldmann
01 71 / 5 68 47 23 - a.feldmann [at] feuerwehr-oerlinghausen [dot] de

Bereich Helpup:
 
Jan Horenburg
01 71 / 8 32 86 33 - j.horenburg [at] feuerwehr-oerlinghausen [dot] de

Die Brandschutzerziehung hat im Laufe der letzten Jahre einen enorm großen Stellenwert in den Feuerwehren eingenommen, da erkannt wurde, dass die Anzahl der durch Kinder entfachten Brände durch die Ausweitung der Brandschutzerziehung stark zurück gegangen ist.

In der Freiwilligen Feuerwehr Oerlinghausen gibt es speziell für diese Aufgabe ausgebildete Feuerwehrleute, die neben ihrem normalen Dienst in der Feuerwehr die Funktion des Brandschutzerziehers übernehmen.

Brandschutzerziehung ist ein erteilter Unterricht, in dem Erwachsene und Kinder lernen, wie sie potentielle Brandursachen erkennen und beseitigen können. In theoretischen und praktischen Einheiten wird den Teilnehmern aufgezeigt, wie schnell, durch Unachtsamkeit, ein Feuer ausbrechen kann, wie man dieses verhindert und - wenn doch einmal etwas passiert - wie man sich richtig verhält und einen korrekten Notruf absetzt.

Die Feuerwehr Oerlinghausen bietet die Brandschutzerziehung bei Kindern im Schulunterricht oder im Kindergarten an. Auch Besichtigungen der Gerätehäuser tragen zur Brandschutzerziehung bei. Durch das Vorstellen der Ausrüstung einer Feuerwehr, ganz besonders der persönlichen Schutzausrüstung der Einsatzkräfte, soll gerade den Kindern die Angst bei einem Notfall genommen werden. Viele Kinder verstecken sich aus Angst vor Rauch und Flammen, aber auch vor den mit Atemschutzmaske ausgestatteten Feuerwehrleuten in Schränken und Nischen, wo sie in einem Brandfall nur schwer zu finden sind. Weiterhin schulen die Brandschutzerzieher Mitarbeiter von Firmen, beispielsweise im Umgang mit Feuerlöschern und anderer am Ort vorhandener Geräte und machen diese auf Gefahren am Arbeitsplatz aufmerksam. Außerdem bieten wir für größere Betriebe unseren Lehrgang „Evakuierungshelfer" an. Darin geben wir eine Hilfestellung, damit die Evakuierungshelfer des Betriebes richtig eingesetzt werden können.

Nach der Arbeitsstättenverordnung ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, in angemessenen Zeitabständen seine Mitarbeiter für das richtige verhalten in einem Brand – und / oder Katastrophenfall zu unterweisen. Bei einer Reihe von Evakuierungsübungen hat sich gezeigt, dass diese durch falsches Verhalten von Mitarbeitern erschwert wurden oder kaum durchführbar waren. Deshalb sollten in Unternehmen eine ausreichende Anzahl geschulter Evakuierungshelfer etabliert werden.

 

 

Inhaltsverzeichnis:

        1.    Brandschutzerziehung und Aufklärung warum?

        2.    Brandursachen 2007 im Kreis Lippe

        3.    Gefahren im Haushalt und am Arbeitsplatz

        4.    Verhalten wenn es brennt

        5.    Der Notruf

        6.    Feuerlöscheinrichtungen

        7.    Kennzeichnung von Brandschutzeinrichtungen

        8.    Welcher Feuerlöscher?

        9.    Vorgehen beim Löschen mit einem Feuerlöscher
 

1. Brandschutzerziehung und Aufklärung warum?

- Brände verhüten

- Gefahren erkennen

- Verletzung durch Feuer und Rauch vermeiden

- In Not geratenen Menschen helfen

- Brandschutzeinrichtungen korrekt bedienen

- Notruf richtig verfassen

               

Die Statistik zeigt eine erschreckende Zahl von Brandopfern in Deutschland.

- Jährlich rund 200 getötete Kinder und 600 tote Erwachsene.

- Tausende schwerer und schwerster Brandverletzungen.

- Dazu noch Hunderte von Millionen Euro an Sachschaden.

- Jede dritte fahrlässige Brandstiftung wird von Kindern und Jugendlichen verursacht

 

2. Brandursachen 2007 Im Kreis Lippe

Brandursachen
Brandursachen

3. Gefahren im Haushalt und am Arbeitsplatz

Für Kerzen einen feuerfesten Untergrund benutzen, Vorsicht in der Nähe von Tischdecken, Gardinen und Sofas. Kerzen nie unbeaufsichtigt lassen und beim Verlassen des Raumes Kerzen löschen.

Vorsicht beim Umgang mit Farben, Lacken, Klebern, Versiegelungs-, Lösungs- und Reinigungsmitteln. Diese sind meist feuergefährlich und können giftige, brenn- und explosionsfähige Dämpfe entwickeln. Deshalb stets für gute Belüftung sorgen, offenes Feuer und Licht vermeiden und sämtliche Zündquellen fernhalten.

Gebrauchte Putzlappen können sich leicht selbst entzünden. Sie sollten daher nur in feuerfesten, verschlossenen Behältern aufbewahrt werden.

Zündhölzer und Feuerzeuge so aufbewahren, dass sie nicht von Kinderhänden erreicht werden können.

Am Weihnachtsbaum elektrische Kerzen benutzen, werden dennoch Wachskerzen benutzt sollte man einen Feuerlöscher oder einen Eimer mit Wasser bereitstellen.

Wunderkerzen gehören nicht in die unmittelbare Nähe des Weihnachtsbaumes.

Raucher sollten Zigaretten nicht wegwerfen, sondern Aschenbecher benutzen.

Rauchverbote sollten eingehalten werden. Nie im Bett rauchen, die glühende Zigarette kann das Bett in Brand setzen. Zigarettenkippen nicht achtlos wegwerfen.

Beim Grillen Holzkohle nur mit geeigneten Anzündern in Brand setzen. Niemals Spiritus auf bereits glühende Holzkohle gießen.

Elektrizität gehört zu den häufigsten Brandursachen in Privathaushalten.

Beim Kauf neuer Geräte muss auf die Zeichen GS (geprüfte Sicherheit) und VDE (Verband Deutscher Elektrotechniker) geachtet werden.)

Vor Gebrauch eines neu gekauften Gerätes sollte die Bedienungsanleitung aufmerksam durchgelesen werden.

Defekte Geräte sollte man nie selbst reparieren sondern dies immer dem Fachmann überlassen.

Besonders bei älteren Stromkabeln kann die Isolierung brechen oder brüchig werden und so ein Brand entstehen.

Geräte, die heiß werden wie Kochgeräte, Bügeleisen oder Tauchsieder sollten stets nur auf feuerfeste Unterlagen abgestellt und nur unter Aufsicht verwendet werden. Auch Fernsehgeräte erzeugen viel Wärme, man sollte sie daher möglichst frei aufstellen oder auf die Sicherheitsabstände laut Bedienungsanleitung achten.

 

4. Verhalten wenn es brennt

Wichtig! Zuerst die Feuerwehr alarmieren! - Denn Sekunden können Leben retten!

Notruf 112

Danach sollte sich jeder selbst, sowie seine Mitbewohner/ Kollegen warnen und in Sicherheit bringen.

Türen und Fenster schließen. Dies verhindert ein Ausbreiten von Bränden, und von Rauch.

Keine Aufzüge benutzen, denn diese können durch den Ausfall der Elektrizität stecken bleiben! Außerdem wirkt der Aufzugsschacht wie ein Kamin für den Rauch.

Man sollte stets über den Treppenraum fliehen. Ist dies nicht mehr möglich, einen sicheren Raum suchen, die Tür schließen und sich am Fenster bemerkbar machen.

Die Ankunft der Feuerwehr abwarten und deren Anweisungen folgen.

Bei Rauchentwicklung sollte man auf dem Boden kriechen, Dort befindet sich meist noch rauchfreie atembare Luft.

Löschversuche erst unternehmen, nachdem die Feuerwehr alarmiert ist, und hilflosen Personen geholfen wurde.

Bei Kleinbränden kann das Feuer oftmals mit einer Decke erstickt werden. Insbesondere wenn Kleider Feuer gefangen haben. Auch in solchen fällen auf jeden Fall die Feuerwehr informieren!

Bei Fettbränden wie z.B. Friteusen, Fondue, Bratpfanne usw. nie mit Wasser löschen, sondern eine Löschdecke oder einen großen Deckel zum löschen benutzen! Achtung keine Kunstfaserdecke benutzen!

Löschversuche nur unter größter Vorsicht und ohne sich in Lebensgefahr zu bringen unternehmen. Brandrauch kann schon nach Minuten tödlich wirken!

Ruhe bewahren, Aufregung macht alles nur noch schlimmer!

 

5. Der Notruf


Notrufnummer 112 wählen (die Nummer ist kostenlos)

Welche Informationen sind für die Feuerwehrleitstele im Notfall wichtig?

Mit Hilfe der 5 W's kann man es sich einfach merken.

WO  geschah es ?

- Hier ist eine möglichst genaue Angabe des Unfallortes (Ort, Straßennamen, Hausnummer...) wichtig, denn jede Suche kostet den Rettungsdienst und der Feuerwehr wertvolle Zeit !!

WAS  geschah ?

- Eine kurze Beschreibung, was passiert ist, damit die Leitstelle den richtigen Hilfsdienst alarmieren und weitere Maßnahmen treffen kann.

WIE  viele Verletzte?

- Durch diese Angabe weiß die Leitstelle, wie viele Rettungswagen alarmiert werden müssen.

WELCHE  Art der Verletzung?

- Hier müssen besonders lebensbedrohende und schwere Verletzungen geschildert werden, damit die Leitstelle z.B. einen Notarzt mitschicken kann.

WARTEN  auf Rückfragen !

- Die Leitstelle kann evtl. zusätzliche Informationen benötigen. Wichtig! Die Leitstelle beendet das Gespräch, nie der Anrufer! Für weitere Informationen ---> Was passiert bei einem Notruf?

6. Feuerlöscheinrichtungen

"Stellen Sie sich vor, in Ihrer Schule bricht im Lehrmittelzimmer ein Brand aus. Sie kommen als Erster hinzu.“

Wissen Sie wo brandschutztechnische Einrichtungen sind?

Wie z.B.

- Brandmeldeanlage

- Feuerlöscheinrichtungen

- Feuerlöscher

- Brandschutztüren

- Rauch- und Wärmeabzugsanlagen

 

Wenn ja, können Sie diese auch richtig bedienen?

Wenn nein, dann wird es höchste Zeit sich damit zu beschäftigen. Haben Sie hierzu

Fragen:

Die Feuerwehr hilft ihnen gerne bei der Problemlösung.

Feuerlöscheinrichtungen:

- Müssen in jedem Betrieb vorhanden seien.

- Funktionsfähig gehalten werden

- Vor Beschädigung geschützt werden

- Regelmäßig, mindestens einmal im Jahr durch Sachkundige geprüft werden. (Feuerlöscher alle zwei Jahre)

Flucht- und Rettungswege:

- Feuerwehrzufahrten und Aufstellflächen für die Drehleiter nicht zuparken.

- Fluchtwege nicht mit Tischen, Stühlen, Spielzeug usw. versperren.

- Fluchttüren nie abschließen. Sollte dies nötig sein, gibt es spezielle Verschlussmechanismen, die im Notfall schnell und ohne Schlüssel geöffnet werden können.