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Dienstag, 11. Mai 2021

Realbrandausbildung im BOS Trainingszentrum Graf Yorck

Am 25.04.2015 besuchten Kameraden das BOS Trainingszentrum auf dem ehemaligen Gelände der Graf Yorck Kaserne am Möhnesee.

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Pünktlich um 8 Uhr traten 4 Kameraden aus Helpup und 8 Kameraden aus Oerlinghausen zur theoretischen Unterweisung auf dem Gelände an.
Die holzbefeuerte Brandübungsanlage besteht aus insgesamt fünf Überseecontainern und erstreckt sich über zwei Ebenen. Im Inneren der Anlage sind verschiedene Wohnräume originalgetreu mit Mobiliar ausgestattet. Entgegen einer herkömmlichen Brandsimulationsanlage (wie z.B. die BSA am Feuerwehrausbildungszentrum in Lemgo bei der Gas verbrannt und Disconebel eingesetzt wird) wird bei der Realbrandausbildung Holz verbrannt und es entstehen reale Rauchgase die sich im Inneren der Anlage ausbreiten und eine durchaus realistische Einsatzsituation darstellen.
Nach der theoretischen Einweisung erlernten die Teilnehmer praktische Tipps zum Umgang mit Hohlstrahlrohren. Interessant an dieser Stelle war sicherlich, dass auch besonders erfahrene Feuerwehrmänner zusätzliche praktische Erfahrungen machten.
Nach dem Strahlrohrtraining legten alle Teilnehmer die persönliche Schutzausrüstung incl. Atemschutzgerät an und die erste Wärmegewöhnung stand bevor. Alle zwölf Teilnehmer versammelten sich auf dem Boden sitzend in unmittelbarer Nähe zur Feuerstelle. Überwacht wurden die Teilnehmer dabei ständig durch mehrere Trainer mit Wärmebildkameras. Im Inneren der Anlage wurde ein Stapel bestehend aus Holzpaletten in Brand gesetzt, der gesamte Brandverlauf und die Rauchgasbildung konnte von Beginn an beobachtet werden. Besonders eindrucksvoll war neben den hohen Temperaturen der Verlauf der Rauchschicht. Zwischen Boden- und Deckenschicht bildete sich eine klar abgetrennte Schicht mit dunklen Rauchgasen. Die Orientierung fiel allen somit immer schwieriger und nur im direkten Bodenbereich war das Feuer noch zu erkennen. Oberhalb des Bodens (ca. 30 cm) war durch die Brandgase die eigene Hand vor den Augen nicht mehr zu erkennen. Im Verlauf der Übung öffnete ein Trainer eine Seitentür, sodass neuer Sauerstoff in den Brandraum gelangen konnte. Während die Brandgase im oberen Bereich der Tür in die Umgebung gelangten war zu erkennen wie im unteren Bereich der Tür Sauerstoff aus der Umgebung förmlich angesaugt wurde und dem Feuer neue Nahrung gab.  
Nach der Wärmegewöhnung zeigten die Trainer den Teilnehmern im Außenbereich in welcher Reihenfolge das Ablegen der persönlichen Schutzausrüstung nach einem Brandeinsatz sinnvoll ist.
Insgesamt wurden danach 4 Gruppen mit jeweils 3 Personen gebildet. In der ersten Übung wurde im Inneren der Anlage das richtige Öffnen von Türen, das Kühlen von Brandgasen und der Umgang mit dem Strahlrohr geübt. Gleichzeitig mussten die Teilnehmer sich in der Anlage bei völliger Dunkelheit orientieren und für eine ausreichende Schlauchreserve sorgen.
Die Aufgabe der zweiten Übung bestand darin, eine Person (Übungspuppe) im Inneren der Anlage zu finden und aus dem Gebäude zu retten. Nachdem alle Gruppen beide Übungen absolviert hatten waren die Anstrengungen dieses Tagesseminars den Teilnehmern deutlich anzusehen. Zufrieden und mit vielen neuen Erkenntnissen konnten alle Teilnehmer gegen 16 Uhr die Heimreise antreten. Besonderen Dank gilt sowohl den Atemschutzausbildern welche dieses besondere Training erst möglich gemacht haben, als auch dem Kleiderwart der auch über die Übung hinaus mit dem Reinigen  der Schutzausrüstung zutun hat.

29.04.2015 08:33 Alter: 6 Jahre